Maria Dopf (1887–1958)
Persönliche Daten
Familienverhältnisse
Vater: Johann Köttl (Vöcklabruck, Oberösterreich 16. Juli 1854 – Laakirchen, Oberösterreich 10. Dezember 1937): Fabrikarbeiter; Heirat in Schörfling am Attersee (Oberösterreich) am 18. August 1879 mit:
Mutter: Katharina Köttl, geborene Leitner, legitimierte Gaisberger (Schörfling am Attersee, Oberösterreich 31. Dezember 1857 – Laakirchen, Oberösterreich 17. September 1937): Fabrikarbeiterin und Hausfrau
Schwester: Aloisia Köttl (Laakirchen, Oberösterreich 7. November 1880 – ?)
Schwester: Anna Köttl (Laakirchen, Oberösterreich 22. Jänner 1883 – ?)
Schwester: Maria Köttl (Laakirchen, Oberösterreich 16. Februar 1885 – Laakirchen, Oberösterreich 13. März 1885)
Bruder: notgetaufter Knabe (Laakirchen, Oberösterreich 30. Dezember 1885): Frühgeburt
Schwester: Maria Köttl (Laakirchen, Oberösterreich 8. Februar 1887 – ?)
Schwester: Katharina Köttl (Laakirchen, Oberösterreich 25. Oktober 1888 – ?)
Schwester: Christina Köttl (Laakirchen, Oberösterreich 21. Juli 1890 – ?)
Schwester: totgeborenes Mädchen (Laakirchen, Oberösterreich 29. Jänner 1893)
Schwester: Karolina Köttl (Laakirchen, Oberösterreich 2. Mai 1895 – Laakirchen, Oberösterreich 6. September 1919): Fabrikarbeiterin
Schwester: totgeborenes Mädchen (Laakirchen, Oberösterreich 29. September 1896)
Bruder: totgeborener Knabe (Laakirchen, Oberösterreich 8. Februar 1902)
Ehe: in Laakirchen (Oberösterreich) am 21. April 1907 mit Karl Dopf; d. i. Karl Topf (Desselbrunn, Oberösterreich 1. November 1883 – Desselbrunn, Oberösterreich 16. November 1968), unehelicher Sohn einer Fabrikarbeiterin: Bauernknecht, Hilfsarbeiter, Schriftsteller, Journalist, Publizist und Zeitschriftenherausgeber; Sozialdemokrat, Anarchist
Kinder: keine
Biographie
Maria Dopf, deren Eltern als Fabrikarbeiter in der Papierfabrik Steyrermühl in Laakirchen (Oberösterreich) beschäftigt waren, arbeitete ebenfalls als Hilfsarbeiterin in dieser großen Papierfabrik. Hier lernte sie den Hilfsarbeiter Karl Dopf (1883–1968) kennen, den sie am 21. April 1907 heiratete. Karl Dopf, der damals noch den Christlichsozialen nahe stand, wurde 1908 Mitglied der »Sozialdemokratischen Arbeiterpartei«, mit der er jedoch 1912 brach.
Das Ehepaar Dopf, das bisher bei Maria Dopfs Eltern in Laakirchen gewohnt hatte, übersiedelte 1913 nach München (Bayern), wo Karl Dopf als Journalist Arbeit fand. Noch 1913 zogen Maria und Karl Dopf nach Hamburg (Freie und Hansestadt Hamburg), wo sie in der Papierwarenfabrik der »Verlagsgesellschaft deutscher Konsumvereine« arbeiteten. Karl Dopf war von 1913 bis 1917 in der religiös-anarchistischen »Neu-Jesu-Bewegung« von Wilhelm Klein in Köln (Preußen [Nordrhein-Westfalen]) aktiv, für die er auch seine erste Broschüre verfasste. In diesen Jahren lernte auch Maria Dopf anarchistische Ideen kennen. Von 1921 bis 1927 gab Karl Dopf dann eigene anarchistische Zeitschriften heraus, in denen er seine Vorstellungen von Anarchismus propagierte: 1921 bis 1923 »Der Krakehler. Das Blatt der Eigenbrödler« (Hamburg), 1923 bis 1924 »Das Signal. Kampf-Organ der Versprengten« (Hamburg), 1924 bis 1925 »Der Freiheitskünder. Die Briefe des Einzigen« (Hamburg), 1925 bis 1926 »Die freie Tribüne. Ein Blatt für unbeschränkte Meinungsfreiheit« (Hamburg) und 1926 bis 1927 »Nützliche Blätter. Zeitschrift für allseitige Interessen« (Hamburg). Maria Dopf unterstützte ihn in all diesen Jahren weltanschaulich wie finanziell, auch nachdem er 1923 und kurz darauf auch sie selbst den Arbeitsplatz in der Papierfabrik verloren.
Karl Dopf, der sich 1927 vom Anarchismus abwandte und seither als Wirtschaftsjournalist tätig war, wurde 1933 Mitglied des »Reichsverbands Deutscher Schriftsteller e. V.«, 1935 der »Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt e. V.« und 1938 der »Reichspressekammer«. Wie Maria Dopf zu diesem weltanschaulichen Wandel stand, ist unbekannt. Sie kehrte 1947 mit ihrem Ehemann in dessen Geburtsort Desselbrunn (Oberösterreich) zurück. Maria Dopf verstarb am 26. Juli 1958 im Städtischen Krankenhaus Gmunden (Oberösterreich).
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Adresse(n)
- Laakirchen, Oberösterreich, Laakirchen 40 (Geburtsadresse)
- Laakirchen, Oberösterreich, Laakirchen 55 (Wohnadresse 1888 bis 1912)
- Gmunden, Oberösterreich, Städtisches Krankenhaus, Spitalgasse 2–4 (Sterbeadresse)
Karte
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Autor: Reinhard Müller
Version: März 2026
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