Anna Kluger (1870–1941)

Persönliche Daten
Namensvarianten
geborene Anna Schwarz
verheiratete Anna Kluger
Geburtsdatum
9. Juli 1870
Sterbedatum
30. Jänner 1941
Religionsbekenntnis
römisch-katholisch, dann konfessionslos

Mutter: Franziska Schwarz: Taglöhnerin
Vater: unbekannt
Ehe: in Wien am 19. Jänner 1902 mit Ferdinand Kluger (Barzdorf, Österreichisch-Schlesien [Bernartice (okres Jeseník), Tschechien] 5. Juli 1875 – Wien 21. Mai 1922): Postmeister bei der »Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft« und Siedlungsaktivist; Anarchist
Kinder: keine

Biographie

Anna Kluger, uneheliche Tochter einer Taglöhnerin, wurde in der Gebär- und Findelanstalt in Linz an der Donau geboren. Sie wuchs in Waxenberg [zu Oberneunkirchen] (Oberösterreich) auf und begab sich dann nach Wien. Hier heiratete sie am 19. Jänner 1902 den Personalaufseher bei der »Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft« Ferdinand Kluger (1875–1922). Seit 1910 war Anna bei der anarchistischen Gruppe »Wohlstand für Alle« um Rudolf Großmann alias Pierre Ramus (1882–1942) aktiv. Nach dem Ersten Weltkrieg war sie von Beginn an Mitglied des von Ramus initiierten »Literarischen Vereins ›Leo Tolstoi‹«, der am 24. November 1918 seine Tätigkeit aufnahm, ab Jänner 1919 unter dem Namen »Bund ›Erkenntnis und Befreiung im Sinne Leo Tolstois‹« auftrat und ab Juni 1919 als »Bund herrschaftsloser Sozialisten« agierte. Vor allem waren nun Anna und Ferdinand Kluger in der Siedlungsbewegung aktiv. Nachdem das Föderative Aktionskomitee des »Bundes herrschaftsloser Sozialisten«, Ortsgruppe Wien, für den 14. September 1919 zur Ersten Siedlungskonferenz geladen hatte, wurde einen Monat später, am 14. Oktober 1919, die »Landwirtschaftliche Siedlungs- und Arbeitsgenossenschaft ›Neues Leben‹, reg. Gen. m. b. H.« ins Handelsregister eingetragen. Diese ging in der am 9. Jänner 1920 ins Handelsregister eingetragenen »Siedlungs- und Produktionsgenossenschaft ›Neue Gesellschaft‹, reg. Gen. m. b. H.« auf. Diese erhielt noch im selben Jahr von der Gemeinde Wien ein Areal von 40 Hektar am Wolfersberg in Wien 14. zugeteilt. Nachdem 1921 die ersten Häuser entstanden, bezogen Anna und Ferdinand Kluger in dieser »Reformsiedlung ›Eden‹« die ihnen zugeteilte Parzelle 8. Unter den hier siedelnden Lebensreformern, Freidenkern und auch Sozialdemokraten gehörte das Ehepaar Kluger zu den aktivsten Repräsentanten des anarchistischen Lagers. Als ihr Ehemann 1922 verstarb, verblieb Anna Kluger in der Siedlung, wo sie am 30. Jänner 1941 einem Herzschlag erlag.

  • Linz an der Donau, Oberösterreich, Gebär- und Findelanstalt [Oberösterreichische Landes-Frauenklinik], Keplerstraße 47 (Geburtsadresse)

  • Wien 2., Engerthstraß3 207 (Wohnadresse 1902)
  • Wien 2., Ennsgasse 4 (Wohnadresse 1913)
  • Wien 2., Wachaustsraße 35/1/31 (Wohnadresse)
  • Wien 14., Edenstraße (Sterbeadresse)

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