Grete Broda-Jüllig (1887–1962)

Persönliche Daten
Namensvarianten
geborene Martha Ernestine Camilla Margaretha Jülig
seit 19. Dezember 1894 Martha Ernestine Camilla Margaretha Jüllig
verheiratete Martha Ernestine Camilla Margaretha Broda
Geburtsdatum
11. September 1887
Geburtsort
Sterbedatum
11. Mai 1962
Religionsbekenntnis
römisch-katholisch

Vater: Franz Maximilian Robert Jüllig; d. i. bis 19. Dezember 1894 Franz Maximilian Robert Jülig (Wien 25. Mai 1854 – Wien 26. Mai 1932), Sohn einer Hausfrau und des Musikers und Komponisten Franz Karl Jülig (Ettlingen, Baden [Baden-Württemberg] 28. Februar 1813 – Wien 27. Mai 1887): Ingenieur und Privatdozent am k. k. Polytechnikum, später Ministerialrat; Heirat in Wien am 3. Mai 1885 mit:
Mutter: Martha Maria Rosina Johanna Ernestina Jüllig, geborene Scheimpflug; d. i. vom 3. Mai 1885 bis 19. Dezember 1894: Martha Maria Rosina Johanna Ernestina Jülig (Wien 18. Mai 1860 – Wien 22. August 1960), Tochter einer Hausfrau und eines Bankdirektors: Hausfrau
Bruder: Karl Hans Jüllig, d. i. bis 19. Dezember 1894 Carl Franz Josef Alfred Johann Jülig (Wien 17. Dezember 1888 – Wien 26. April 1975): Geiger, Komponist, Sänger, Musikpädagoge, Rezitator und Schriftsteller; zeitweilig in der anarchistischen Bewegung aktiv
Schwester: »Erna« Ernestine Anna Caroline Marianne Jüllig; d. i. bis 19. Dezember 1894 Ernestine Anna Caroline Marianne Jülig; seit 27. Oktober 1926 verheiratete Broda (Wien 9. Februar 1893 – Wien 3. August 1962): Schriftstellerin, anarchistische und pazifistische Aktivistin, Mitglied der »International Union for Voluntary Disarmament on a Reciprocity Basis« und des »Bundes herrschaftsloser Sozialisten«; Heirat in in Boston (Massachusetts, USA) am 27. Oktober 1926 mit Rudolf Broda später: Rodolphe Broda (1880–1932): siehe unten unter: Ehe
Bruder: Werner Max Josef Jüllig (Wien 28. Dezember 1900 – Åtvidaberg, Schweden 10. September 1967): Dipl.-Ing., Komponist; flüchtete nach Schweden
Ehe: in Wien am 26. Dezember 1907 mit Rudolf Johann Broda; später: Rodolphe Broda (Weikersdorf [zu Baden], Niederösterreich 31. August 1880 – Yellow Springs, Ohio, USA 10. Mai 1932), Sohn einer Hausfrau und  eines Fabrik- und Güterdirektors: Hochschullehrer, Soziologe, Schriftsteller, Publizist, Übersetzer und pazifistischer Aktivist; 1925 geschieden; er heiratete in Boston (Massachusetts, USA) am 27. Oktober 1926 Grete Broda-Jülligs Schwester Erna Broda (1893–1962)
Kinder: keine

Biographie

Grete Broda-Jüllig, Tochter einer Hausfrau und eines Ingenieurs und Privatdozenten am k. k. Polytechnikum, wuchs in einer kunstinteressierten, gutbürgerlichen Familie in Wien auf. Sie bildete sich als Malerin und Grafikerin in Wien und Paris (Frankreich) aus. Im Dezember 1906 beteiligte sie sich an der Weihnachtsausstellung der »Kunstschule für Frauen und Mädchen« in Wien 1., Stubenring 12. Daneben war sie auch schriftstellerisch tätig. Am 23. November 1907 gab sie einen Rezitationsabend im Saal des Elektrotechnischen Instituts in Wien 4., Gußhausstraße 25. Am 26. Dezember 1907 heiratete sie in Wien den Soziologen, Schriftsteller und Pazifisten Rudolf Broda (1880–1932).

Von 1907 bis 1914 weilte Grete Broda-Jüllig mit ihrem Ehemann in Paris, danach in Zürich (Kanton Zürich, Schweiz) und in Bern (Kanton Bern, Schweiz), wo sie sich wie später auch ihre Schwester Erna Jüllig-Broda (1893–1962) – in der Friedensbewegung engagierte. Nachdem Rodolphe Broda 1920 in die USA ging, ließ sie sich 1925 scheiden. Sie blieb in der Schweiz, beteiligte sich aber auch an Ausstellungen in Wien: etwa im Mai und Juni 1927 im Rahmen der »Vereinigung donauländischer Künstler« im Theseustempel im Wiener Volksgarten und im Mai 1930 bei der Frühjahrsausstellung des »Segantini-Bundes« in der Neuen Hofburg. In diesen Jahren war sie für den »Bund herrschaftsloser Sozialisten« aktiv und veröffentlichte auch in dessen Zeitung »Erkenntnis und Befreiung« (Wien – Graz).1 

Im August und September 1943 weilte Grete Broda-Jüllig vorübergehend in Wien, wo sie als »bekannte Schweizer Malerin« die Anfertigung von Ölporträts anbot. Sie ließ sich dann in Schweden nieder, reiste aber im Sommer 1954 wieder nach Wien zurück, wo sie sich neuerlich als Porträtmalerin versuchte. Schließlich kehrte sie nach Schweden zurück, wo sie weiterhin als impressionistische Malerin und Grafikerin tätig war.

Bücher und Broschüren

  1. Gedichte. Wien – Leipzig: Druck und Verlag der k. u. k. Hof-Buchdruckerei und Hof-Verlagsbuchhandlung Carl Fromme 1908, 119 S. Erschien unter dem Autorennamen »Grete Jüllig«.
  2. Werdestimmungen. Gedichte. Bern: Akademische Buchhandlung von Max Drechsel [1916], IV, 24 S.
Karte
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    Auch später betätigte sie sich noch als Mitarbeiterin des »Bundes herrschaftsloser Sozialisten«; vgl. zum Beispiel das Gedicht von Grete Broda-Jüllig: Der Messias, in: Erkenntnis und Befreiung (Wien – Graz), 7. Jg., Nr. 6 (8. Febuar 1925), S. 2.