Maria Dziewulski (1896–1972)
Persönliche Daten
Familienverhältnisse
Vater: Wenzel Piskar (Pack bei Missling, Steiermark [Paka, zur Občina Vitanje, Slowenien] 10. April 1857 – Graz, Steiermark 15. Oktober 1916): Glasmacher, später Hilfsarbeiter; Heirat in Konstantinopel (Osmanisches Reich [İstanbul, Türkei]) am 9. Dezember 1893 mit:
Mutter: Theresia Piskar, geborene Intram (Arlberg, Steiermark [Zgornja Orlica, zur Občina Ribnica na Pohorju, Sllowenien] 27. September 1874 – ?): Hausfrau
Geschwister: fünf, darunter:
Bruder: Ludwig Piskar (Bösenwinkel, Steiermark [Hudi Kot, zu Ribnica na Pohorju, Slowenien] 16. August 1895 – Bösenwinkel, Steiermark [Hudi Kot, zu Ribnica na Pohorju, Slowenien] 27. Dezember 1895): an den Fraisen verstorben
Schwester: Anna Piskar, verheiratete Schwab, verheiratete Knödl (Aalfang [zu Amaliendorf-Aalfang], Niederösterreich 7. Mai 1898 – Graz, Steiermark 11. Oktober 1976): Köchin, Bedienerin, Beamtin, Schriftstellerin; Anarchistin
Schwester: Theresia Piskar (Graz, Steiermark 2. September 1905 – Graz, Steiermark 10. Mai 1911): an Masern verstorben
Ehe: in Graz (Steiermark) am 4. April 1920 mit Franz Andreas Dziewulski (Gösting [zu Graz], Steiermark 25. November 1893 – Graz, Steiermark 20. Oktober 1974): Uhrmacher und Feinmechaniker, später Bahnbeamter
Tochter: Ilse Maria Piskar, mit 4. April 1920 legitimierte Dziewulski, seit 26. Mai 1943 verheiratete Groß, seit 29. Dezember 1944 verheiratete Poschgan (Graz, Steiermark 22. Februar 1919 – Graz, Steiermark 2. Jänner 1897): sie wurde als Gewerbeschülerin im Zusammenhang mit den anarchistischen Untergrundgruppen »Licht« sowie »Brot und Freiheit« am 22. November 1937 verhaftet, dann aber freigelassen; Cousine von Franz Schwab (1920–1945)
Biographie
Maria Dziewulski kam schon als Kleinkind mit ihren Eltern nach Graz (Steiermark). Hier wuchs sie unter schwierigen familiären Verhältnissen auf. Schon im September 1906 suchte ihre Mutter Menschen, die ihre vier Kinder – ein bis neun Jahre alt – an Kindes statt aufnehmen wollen. Und ihr Vater, der zeitweise so genannt geistesgestört war, verletzte seine Ehefrau bei einem Streit am 11. September 1907 schwer. Maria Dziewulskis Situation verbesserte sich erst etwas, als ihr Vater am 15. Oktober 1916 an einem Schädelbasisbruch, den er sich beim Abspringen von der Straßenbahn zugezogen hatte, verstarb.
Maria Dziewulski, die als Köchin arbeitete, wurde 1920 Mitglied des »Bundes herrschaftsloser Sozialisten« in Graz, der sich formal in dem 1893 gegründeten »Arbeiter-Bildungs- und Unterstützungs-Verein« organisierte. Hier engagierte sie sich in mehreren Sektionen des »Bundes herrschaftsloser Sozialisten«.
Nach der behördlichen Auflösung des »Bundes herrschaftsloser Sozialisten« 1934 war Maria Dziewulski zumindest 1937 in die anarchistischen Untergrundgruppen »Brot und Freiheit« sowie »Licht« involviert. Wichtige beteiligte dieser Organisationen waren ihre Schwester Anna Knödl-Schwab (1898–1976) und deren Sohn Franz Schwab (1920–1945). In diesem Zusammenhang wurden sie und ihre Tochter Ilse Dziewulski (1919–1897) auch am 22. November 1937 verhaftet. Beide mussten jedoch bald mangels Beweisen wieder freigelassen werden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte sich Maria Dziewulski auch an der Wiedererrichtung des »Bundes herrschaftsloser Sozialisten« in Graz.
Kategorien
Adresse(n)
- Bösenwinkel, Steiermark [Hudi Kot, zu Ribnica na Pohorju, Slowenien], Bösenwinkel 69 (Geburtsadresse)
- Graz, Steiermark, Ghegagasse 32 (Wohnadresse 1920 bis 1922)
Karte
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Autor: Reinhard Müller
Version: März 2026
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