Franz Schwab (1920–1945)

Persönliche Daten
Namensvarianten
das ist Franz Jakob Schwab
Geburtsdatum
11. März 1920
Geburtsort
Sterbedatum
15. Jänner 1945
Religionsbekenntnis
römisch-katholisch
Berufe

Vater: Franz Georg Schwab (Staritsch [zu Eibiswald], Steiermark 21. April 1889 – Graz, Steiermark 29. Juli 1965): Spenglergehilfe, dann Automechaniker; Heirat in Graz (Steiermark) am 10. August 1919 mit:
Mutter: Anna Schwab, geborene Piskar (Aalfang [zu Amaliendorf-Aalfang], Niederösterreich 7. Mai 1898 – Graz, Steiermark 11. Oktober 1976): Köchin, Bedienerin, Beamtin, Schriftstellerin; Anarchistin; am 23. Juni 1926 geschieden, heiratete sie in Graz (Steiermark) am 5. September 1942 Eduard Knödl (Graz, Steiermark 7. November 1887 – Graz, Steiermark 18. Oktober 1969): Schneidergehilfe, später Kontrolleur
Ehe: keine
Kinder: keine

Biographie

Franz Schwab begann in Graz (Steiermark) eine Lehre als Installateur. Schon früh wurde er durch seine Mutter Anna Knödl-Schwab (1898–1976), eine der rührigsten Anarchistinnen des »Bundes herrschaftsloser Sozialisten« in Graz, mit anarchistischen Ideen vertraut. Nachdem der »Bund herrschaftsloser Sozialisten« 1934 verboten wurde, stritten dessen ehemalige Mitglieder darüber, ob man den Weg einer öffentlichen Propaganda fortsetzen (Fraktion der Vögel) oder ausschließlich den Weg der Untergrundarbeit beschreiten sollte (Fraktion der Fische). Wie seine Mutter entschied auch er sich für die Untergrundarbeit. Vor dem Hintergrund des so genannten Spanischen Bürgerkriegs wurde Anfang 1937 die »Föderation der Anarchisten Oesterreichs« gegründet. Dahinter verbarg sich eine Gruppe um Josef Steflitsch (1907–?) und dessen Lebensgefährtin Josefa Kapelari (1908–1980), die dabei von der Gruppe um die Schwestern Ottilie Binder (1909–1982) und Maria Rader (1910–1993) unterstützt wurde. Im Allgemeinen werden diese Gruppen nach den von ihnen herausgegebenen Zeitungen unter den Namen »Brot und Freiheit« und »Licht« geführt. Franz Schwab druckte gemeinsam mit Josefa Kapelari in deren Wohnung in Graz, Ungergasse 3, die Untergrundzeitung »Mitteilungen der anarcho-kommunistische Vereinigung Oesterreichs F. A. Oe.« [Graz], fortgesetzt unter dem Titel »Brot und Freiheit« [Graz]. Als die beiden Gruppen aufflogen, wurden Franz Schwab und seine Mutter am 22. November 1937 verhaftet. Da man Anna Knödl-Schwab nichts nachweisen konnte, wurde sie bald wieder freigelassen. Franz Schwab blieb in Haft, wurde aber nicht im Prozess, der am 2. Februar 1938 vor dem Landes- als Schwurgericht Graz stattfand, angeklagt. Er sollte sich in einem eigenen Gerichtsverfahren wegen Hochverrats verteidigen. Dazu kam es nicht mehr, weil im Zuge des so genannten Anschlusses Österreichs ans Deutsche Reich das Verfahren eingestellt und die anderen Mitglieder der anarchistischen Untergrundgruppen als politische Gefangene freigelassen wurden. Franz Schwab wurde aber zur Deutschen Wehrmacht eingezogen und am 15. Jänner 1945 bei Nambsheim (Frankreich) im Krieg ermordet. Der grausame Tod von Franz Schwab, der erst am 4. Februar 1957 für tot erklärt wurde, veranlasste seine Mutter Anna Knödl-Schwab, nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem pazifistische Texte zu verfassen.

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