Adalbert Malec (1868–)

Persönliche Daten
Namensvarianten
das ist Vojtěch Malec
Geburtsdatum
21. April 1868
Religionsbekenntnis
römisch-katholisch, seit 4. Oktober 1909 konfessionslos

Mutter: Veronika Malec / Malcová, Tochter einer Hausfrau und eines Schneiders
Vater: unbekannt
Ehe: in Jägersfeld (Mähren [Liboš, zu Žerotín, Tschechien]) am 17. Oktober 1892 mit Marie Szmazsak (Sternberg, Mähren [Šternberk, Tschechien] um 1874 – ?), Tochter einer Hausfrau und eines Webers: Hausfrau
Tochter: Olga Malec (Sternberg, Mähren [Šternberk, Tschechien] 30. Jänner 1893 – ?)
Tochter: Paula Malec (Sternberg, Mähren [Šternberk, Tschechien] 1. August 1894 – ?)

Biographie

Adalbert Malec absolvierte eine Steindruckerlehre und arbeitete als Steindruckmaschinenmeister in Sternberg (Mähren [Šternberk, Tschechien]), dann in Mährisch-Ostrau (Mähren [Ostrava, Tschechien]).

1897 zog Adalbert Malec nach Innsbruck (Tirol), wo er als Lithograf Arbeit fand und sich zunächst den Unabhängigen Socialisten anschloss. 1899 versuchte er hier eine Organisation der Freien Socialisten zu gründen. Jedenfalls verkündete er im August 1899 dass sich hier »eine freie anarchistische Gruppe gebildet hatte, welche sich zur Aufgabe stellt, die verrätherische Halbheit des soc.-dem. Stabes zu brechen und die Arbeiterschaft mit der revolutionären Bewegung vertraut zu machen.«1 Adalbert Malec, der bei der »Lithographischen Anstalt C. Lampe« in Innsbruck arbeitete, wurde im Jänner 1900 gemeinsam mit drei anderen in Untersuchungshaft beim Landesgericht Innsbruck genommen. Er wurde beschuldigt, seit Ende Dezember 1898 gefälschte Banknoten in Umlauf gebracht zu haben. Malec gab an, diese im Frühjahr 1898 von einem Unbekannten aus der Schweiz erhalten zu haben: sechzig Stück Banknoten im Wert von 5 Gulden. Adalbert Malec ließ sich dann in Wilten [zu Innsbruck] (Tirol) nieder. Hier gründete er den »Verein Freie Weltanschauung für Tirol und Vorarlberg« mit Sitz in Innsbruck, eine Organisation, die sich vor allem mit Fragen eines herrschaftsfreien Freidenkertums und der antiautoritären Erziehung befasste. Diese Vereinigung gab auch am 1. März 1911 die einzige erschienene Nummer ihrer Zeitschrift »Freie Weltanschaung« (Innsbruck) heraus.

Adalbert Malec ging später in die Schweiz ins Exil, wo er während des Ersten Weltkriegs in Zürich / Zurich / Zurigo (Kanton Zürich, Schweiz) Pässe für Flüchtlinge fälschte.

 

  • Neustraschitz, Böhmen [Nové Strašecí, Tschechien], Neustraschitz 116 (Geburtsadresse)
  • Innsbruck, Tirol, Karlstraße 11 (Wohnadresse 1899)
Karte
  • 1

    Adalbert Malec: Achtung! Innsbruck. Achtung!, in: Neues Leben. Anarchistisch-sozialistische Wochenschrift (Berlin), 3. Jg., Nr. 30 (26. August 1899), S. 160, nochmals abgedruckt in: ebenda, 3. Jg., Nr. 32 (9. September 1899), S. 170.