Josefa Kapelari (1908–1980)

Persönliche Daten
Namensvarianten
genannt: Fini Kapelari
Geburtsdatum
20. Februar 1908
Sterbedatum
23. Oktober 1980
Sterbeort
Religionsbekenntnis
römisch-katholisch, seit 25. Februar 1938 konfessionslos
Berufe

Mutter: Rosalia Kapelari (Oberkappel, Steiermark [Zgornja Kapla, zur Občina Podvelka, Slowenien] 18. September 1886 – ?): Keuschlerstochter, Dienstmagd
Vater: unbekannt
Lebensgefährte: Josef Steflitsch (Marburg an der Drau, Steiermark [Maribor, Slowenien] 13. August 1907 – ?): Maler- und Lackiergehilfe
Kinder: keine

Biographie

Josefa Kapelari kam nach Graz (Steiermark), wo sie als Köchin arbeitete und eine Lebensgemeinschaft mit dem Maler- und Lackiergehilfen Josef Steflitsch (1907–?) einging. Beide traten um 1930 dem »Bund herrschaftsloser Sozialisten« bei, der sich formal in dem 1893 gegründeten und 1934 behördlich aufgelösten »Arbeiter-Bildungs- und Un­terstützungs-Verein« organisierte.

Als dieser 1934 behördlich verboten wurde, entbrannte in Graz ein Streit darüber, ob man den Weg einer öffentlichen Propaganda fortsetzen (Fraktion der Vögel) oder ausschließlich den Weg der Untergrundarbeit beschreiten sollte (Fraktion der Fische). Josefa Kapelari und Josef Steflitsch entschieden sich für Letztere. Sie organisierten Anfang 1937 die Untergrundgruppe »Brot und Freiheit«, zu welcher der Installateurlehrling Franz Schwab (1920–1945), dessen Mutter, die Bedienerin Anna Knödl-Schwab (1898–1976), der bulgarische Medizinstudent Dimitrij KeremedžievДмитрий Керемидчиев› (1912–1976) und der bulgarische Technikstudent »Hari« Charalampij Dimitrov-CharalampievХаралампий Димитров-Харалампиев› (1915–?) gehörten. Als Verbindungsmann zur anderen Untergrundgruppe »Licht« fungierte der damals arbeitslose Bäckergehilfe Max Koller (1918–1959). Josefa Kapelari war zentral am Druck der Zeitung in ihrer Wohnung in Graz, Ungergasse 3, und an der Verteilung der im August 1937 erschienenen Untergrundzeitung »Mitteilungen der anarcho-kommunistische Vereinigung Oesterreichs F. A. Oe.« [Graz] beteiligt, die im September und Oktober 1937 unter dem Titel »Brot und Freiheit« [Graz] fortgesetzt wurde. Nachdem dieses Unternehmen aufflog, wurde Josefa Kapelari am 22. November 1937 verhaftet. Sie wurde am 2. Februar 1938 vom Landes- als Schwurgericht Graz unter Ausschluss der Öffentlichkeit wegen Verbrechens des Hochverrats zu zwei Jahren schwerem Kerker und – wohl wegen ihrer Mutter – als jugoslawische Staatsbürgerin zu nachfolgender Ausweisung verurteilt. Nach dem so genannten Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde sie noch im März 1938 als politische Gefangene entlassen. Doch dies war keine Entlassung in die Freiheit, sondern in das soziale und politische Gefängnis eines grausamen Faschismus.

Nach dem Zweiten Weltkrieg unterhielt Josefa Kapelari nur mehr lose Kontakte zu Mitgliedern der ehemaligen Untergrundgruppen und des einstigen »Bundes herrschaftsloser Sozialisten« in Graz.

  • Pongratzen [zu Großradl], Steiermark, Pongratzen 14 (Geburtsadresse)
  • Graz, Steiermark, Ungergasse 3 (Wohnadresse 1937)
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