Robert Wosak (1876–1944)

Persönliche Daten
Namensvarianten
das ist Robert Wožak
Künstlername: Robert Wosak
Geburtsdatum
4. Dezember 1876
Sterbedatum
21. Februar 1944
Religionsbekenntnis
römisch-katholisch, ab 24. Juni 1913 evangelisch (A. B.)

Vater: Franz Wožak (Hustopetsch an der Betschwa, Mähren [Hustopeče nad Bečvou, Tschechien] um 1829 – Schwechat, Niederösterreich 27. September 1889): Fassbindermeister, seit August 1859 in Schwechat; Heirat in Schwechat (Niederösterreich) am 21. August 1860 mit:
Mutter: Maria Wožak, geborene Steiner (Ausilau, Böhmen [Úsilov, Tschechien] 19. September 1834 – Schwechat, Niederösterreich 18. August 1914), Tochter einer Häuslerin und eines Häuslers: Handarbeiterin, dann Hausfrau
erste Ehe: in München (Bayern) am 9. September 1899 mit »Betty« Barbara Katharina Schanderl (Amberg, Bayern 22. Februar 1872 Klosterneuburg, Niederösterreich 16. Jänner 1938): Hausfrau
Sohn: Robert Schanderl, 1899 legitimierter Wožak; in den USA Robert Wosak (München, Bayern 16. Mai 1899 – New London, Connecticut, USA 16. Jänner 1956): Ingenieur, Maschinenbauer, Konstrukteur, seit 1926 in den USA, seit 1932 US-amerikanischer Staatsbürger; als Konstrukteur Mitarbeiter an der »USS-Nautilus«, dem ersten nukleargetriebenen U-Boot der Welt
Sohn: Walter Wožak (München, Bayern 12. August 1900 – ?): Dr. Ing., Dr. jur. utr., Rechtsanwalt, Techniker
Sohn: Ludwig Wožak (Wien 28. Februar 1902 – ?): Dr. jur., Rechtsanwalt
Sohn: Bruno Wožak (Wien 28. Februar 1902 – Wien 13. Juni 1902): verstorben an Lebensschwäche
Sohn: Bruno Josef Wožak (Kritzendorf [zu Klosterneuburg], Niederösterreich 25. September 1903 – vor Cattaro, Unabhängiger Staat Montenegro [Kotor / Котор, Montenegro] 29. September 1944): Bildhauer, Grafiker, Filmregisseur, Trickfilmzeichner
Tochter: Maria Wožak, seit 17. März 1934 verheiratete Dissmann (Klosterneuburg, Niederösterreich 9. August 1906 – Wien 3. Februar 1989): Dr. phil., kaufmännische Angestellte, Beamtin
Tochter: Barbara Wožak, seit 4. August 1938 verheiratete Irmler (Klosterneuburg, Niederösterreich 9. August 1906 Klosterneuburg, Niederösterreich 19. September 1960): Lehrerin
zweite Ehe: in Groß-Wien (Reichsgau Wien, Deutsches Reich [Klosterneuburg, Niederösterreich, Österreich]) am 9. September 1939 mit Philomena Schribertschnig (Metnitz / Motnica, Kärnten 5. Juni 1905 – Wien 30. Juni 1980): Hausfrau; seit 13. Jänner 1951 verheiratete Apfelthaler

Biographie

Robert Wosak, Sohn einer Hausfrau und eines Fassbindermeisters, kam nach dem frühen Tod seines Vaters unter die Vormundschaft seines Onkels. Auf dessen Wunsch besuchte er ab 1891 das Niederösterreichische Landes-Lehrerseminar in St. Pölten (Niederösterreich). Nach Abbruch der Lehrerausbildung übersiedelte nach Mähren, wo er von 1893 bis 1895 die Fachschule für Holzbearbeitung in Wallachisch Meseritsch (Mähren [Valašské Meziříčí, Tschechien]). Daneben arbeitete er als Glasmaler in einer Fabrik in Krasna (Mähren [Krásno nad Bečvou, zu Valašské Meziříčí, Tschechien]).

1898 übersiedelte Robert Wosak nach München (Bayern), wo er zunächst als Porzellanmaler in der Porzellanmalerei der Porzellan- und Glaswarenhandlung »Schüssel & Pauson« arbeitete. Ab 1899 war er als Pressezeichner bei einer Zeitung tätig. Daneben bildete er sich in der privaten Malschule von Heinrich Knirr (1862–1944) als Maler und Grafiker ausbilden.

Um 1902 ließ sich Robert Wosak mit seiner Familie in Wien als Maler und Illustrator nieder, übersiedelte 1903 nach Kritzendorf [zu Klosterneuburg] (Niederösterreich) und kurz darauf nach Klosterneuburg. Damals, im Jahr 1904 begann auch die bis 1910 währende Mitarbeit des überzeugten Katholiken als Grafiker an der lebensreformerischen und anarchistischen Zeitung ›Der g’rode Michl‹. Parteilose Monatsschrift für allseitige Reform (Graz / Kulming / Raaba / Hart) von Franz Prisching (1864–1919), die teilweise auch in dessen »Verlag von Franz Prisching« publiziert wurden. Zunächst arbeitete Robert Wosak wieder als Pressezeichner, war zeitweise als Zeichenlehrer an der höheren Lehranstalt für Wein- und Obstbau und von 1915 bis 1919 am Real- beziehungsweise Obergymnasium Klosterneuburg tätig. Daneben schloss er sich dem Verein »Kulturfreunde Kritzendorf« und der in Klosterneuburg ansässigen katholischen Hochschulverbindung »Welfia« an, deren Bude er 1911/1912 ausgestaltete. Während des Ersten Weltkriegs war er als Pressezeichner vom Kriegsdienst freigestellt. Ab 1920 war Robert Wosak als freischaffender Künstler tätig. Mit seinen Arbeiten als Gebrauchsgrafiker sowie als Porträt-, Landschafts- und Kirchenmaler konnte er sich zahlreiche Reisen ins Ausland finanzieren, unter anderem nach Spanien, nach Skandinavien und in die Niederlande. Robert Wosak verstarb am 21. Februar 1944 in Kritzendorf an den Folgen einer Fleischvergiftung.

Grafiken (Auswahl)

  1. Ein Bild für Vegetarier und Fleischesser. Graz: Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Fr. Prisching [1904], unpaginiert (2 Seiten). Druck: W. Veith, Tuntschendorf [Tłumaczów, Polen]. Grafik: Robert Wosak; auf der Rückseite des Flugblatts anonym ein Text von Franz Prisching (1864–1919). Die Grafik von Robert Wosak ist zuerst anonym erschienen in: »Der g'rode Michl« (Graz), 2. Jg., Nr. 12 (Dezember 1904), S. 95.
  2. Ein Bild für Vegetarier und Fleischesser. [Graz]: [Verlag von Franz Prisching] [1905], Mehrfarbendruck im Format 37,00 X 32,00 cm.
  3. Schutz den Menschen und Tieren. Graz: Verlag von Franz Prisching 1905, unpaginiert (4 Seiten). Grafik: Robert Wosak; Text: Franz Prisching (1864–1919).
  4. Franz Prisching (1864–1919) / Robert Wosak (1876–1944): Hilfsstation für Tiere. Separat-Abdruck aus der Nr. 3 des »Der gerade Michel« VIII. Jahrgang, März 1910. Herausgeber: Franz Prisching in Kulming 28, Post Pischelsdorf bei Gleisdorf (Steiermark). [Gezeichnet] Der Verfasser. Kulming: Im Verlage von F. Prisching 1910, unpaginiert (4 Seiten). Druck: August Wagner, Graz. Auflage: 24.000 (mehrfacher Nachdruck ohne Auszeichnung als Neuauflage). Grafik: Robert Wosak; Text: Franz Prisching (1864–1919). Das Flugblatt, das auch anonym drei Grafiken von Robert Wosak enthält, ist zuerst erschienen in: Der gerade Michel (Kulming), 8. Jg., Nr. 3 (März 1910), S. 17–19, allerdings ohne den Werbetext von Franz Prisching, S. 3–4.
  • Schwechat, Niederösterreich, Schwechat 125 [Schwechater Hauptstraße 78] (Geburtsadresse)
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