Alois Rader (1897–)

Persönliche Daten
Namensvarianten
das ist Alois Gruber
Namensänderung: Alois Rader
Geburtsdatum
13. Mai 1897
Sterbeort
Religionsbekenntnis
römisch-katholisch, später konfessionslos

Vater: Alois Gruber, Sohn der Katharina Gruber, seit 18. Mai 1896 verehelichte Rader: Inwohner; Ehe mit:
Mutter: Theresia Gruber, geborene Woisetschläger, Inwohnerstochter: Inwohnerin
Ehe: in Graz (Steiermark) mit Maria Theresia Leeb (Graz, Steiermark 7. November 1910 – Graz, Steiermark 31. Mai 1993): Schneiderin, Hilfsarbeiterin; Anarchistin

Biographie

Alois Rader, der den Nachnamen seiner Großmutter angenommen hatte, absolvierte eine Schlosserlehre und kam nach Graz (Steiermark), wo er als Schlossergehilfe und seit 1927 als Chauffeur der Stadtgeminde Graz arbeitete. Er war zwar von 1918 bis 1932 Mitglied der »Sozialdemokratischen Arbeiterpartei«, gehörte aber seit 1919 auch dem »Bund herrschaftsloser Sozialisten« an, dessen Vorstand er einige Jahre zugehörte. Dort war auch seine spätere Ehefrau, die Schneiderin Maria Rader (1910–1993) aktiv, die wie er nach Hellmonsödt (Oberösterreich) zuständig war. Während seine Mitgliedschaft bei der Sozialdemokratie eher beruflich veranlasst war, war seine 1934 erfolgte Mitgliedschaft bei der »Vaterländischen Front« vorrangig Tarnung.

Anfang 1937 bildeten sich in Graz zwei Untergrundgruppen. Die Gruppe »Brot und Freiheit« scharte sich um den Maler- und Lackierergehilfen Josef Steflitsch (1907–?) und um seine Lebensgefährtin Josefa Kapelari (1908–1980). Die Gruppe »Licht« organisierte sich um die Schwestern Leeb: Ottilie Leeb, später verheiratete Binder (1909–1982), und die gelernte Schneidergehilfin und nunmehrige Hilfsarbeiterin Maria Rader. Zu dieser zwischen Anarchosyndikalismus und kommunistischem Anarchismus schwankenden Gruppe gehörten Marias Ehemann Alois Rader, der Schlossergehilfe Josef Teichmeister (1902–1993) sowie die Hausbesitzerin Maria Zahrastnik (1899–1992). Bei beiden Gruppen wirkte die schon beim »Bund herrschaftsloser Sozialisten« überaus aktive Bedienerin Anna Knödl-Schwab (1898–1976) mit. Maria Rader wirkte zunächst an der im August 1937 von beiden Gruppen herausgegebenen Untergrundzeitung »Mitteilungen der anarcho-kommunistischen Vereinigung Oesterreichs F. A. Oe.« [Graz] mit. Dann gab die sogenannte Gruppe »Licht« eine eigene Zeitung heraus. Es war vor allem Maria Rader, die mit dem aus Spanien einlangenden Material die Texte für die Untergrundzeitung »Licht« [Graz] verfasste. Von dieser erschienen je eine Nummer im September und Oktober 1937. Dank ihres Postens bei einem Hersteller für Verpackungsmaterial konnte Maria Rader für die Untergrundzeitschriften beider Gruppen, also auch für die Zeitung »Brot und Freiheit« [Graz], das Papier besorgen. Sie war auch daran beteiligt, die Zeitschriften in der Nacht in Briefkästen zu stecken oder einfach auf Straßen zu verstreuen. Alois Rader selbst war vor allem am Druck der Zeitung »Brot und Freiheit« beteiligt.

Nachdem die beiden Untergrundgruppen am 22. November 1937 von der Polizei aufgedeckt worden waren, fand am 2. Dezember 1937 bei bwi Alois und Maria Rader eine Hausdurchsuchung in Wetzelsdorf [zu Graz], Heimweg 35, statt, doch mussten beide nach ihrer Einvernahme wieder auf freien Fuß gesetzt werden.

 

  • Eben [zu Kirchschlag bei Linz], Oberösterreich, Eben 3 (Geburtsadresse)
  • Graz, Steiermark, Heimweg 35 (Wohnadresse 1937)
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